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Kugelschreiber vs. Füllfederhalter

Freitag, den 9. Oktober 2009

Nicht nur eine Geschmacksfrage
Fast jeder Mensch durchlebt in Kindheit und Jugend die Pendelbewegung zwischen Füllfederhalter und Kugelschreiber. Als Schreiblerngerät ist der Füllfederhalter eindeutig im Vorteil, zwingt er doch zu einer gleichmäßigen Handschrift, zu bewusst angewandter Feinmotorik – in Verbindung mit einem guten Lehrer kann dies eine schöne und leserliche Handschrift für den Rest des Lebens bewirken. Gerade in Zeiten elektronischer Kommunikation lässt sich mit einer handgeschriebenen Mitteilung viel ausdrücken.

Füllfederhalter versus Kugelschreiber oder beides?
Während nun also das Kind sich erst mit Schwungübungen, dann mit Buchstabenfolgen abmüht und die Hände, Hefte und meist auch Teile der Schulmappe blau gesprenkelt sind, weil nicht eingesetzte Patronen ausliefen oder die Finger auf die Schreibfeder rutschten, wächst der Wunsch nach einem weniger komplizierten Schreibgerät. Der Kugelschreiber, von Lehrern lediglich in höheren Klassen und meist nur unwillig akzeptiert, scheint ideale Eigenschaften zu haben. Kratzt nicht, trocknet in offenem Zustand nicht ein, läuft nicht aus, die Mine muss nicht ständig gewechselt werden. Allerdings: auch Kugelschreiber können schmieren (und diese Paste trocknet viel langsamer als Tinte), und was man bislang als Märchen abtun wollte – die Handschrift wird tatsächlich weniger gleichmäßig, das Schriftbild unordentlicher, denn immerhin erlaubt der Kugelschreiber Auf- wie Abbewegungen, Hin- und Herwendungen ohne Absetzen und ohne besondere Rücksicht auf den Winkel, mit dem die Mine das Papier berührt.

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Füller

Profan oder edel – beide schreiben
Als Schreibwerkzeug für Vielbeschäftigte, für Notizen und unterwegs ist das Massenprodukt Kugelschreiber unübertroffen. Gleichzeitig ist der Kugelschreiber ein Verbrauchs- oder Wegwerfartikel, der gern auch für Werbebotschaften genutzt wird. Er ist nahezu auslaufsicher, schreibt auch über Kopf einige Wörter und ist durch Stoß oder Herabfallen kaum zu zerstören.
Der Füllfederhalter hingegen ist eine Anschaffung, ein eher filigranes Gebilde, das sorgsam behandelt werden will – gleich, ob es sich um ein Modell mit Kolben (bei dem die Tinte mittels Unterdrucks eingesaugt wird) oder einen Patronenfüllhalter handelt. Neben dem Tintentransport ist besonders die Feder sowohl Beschädigungen als auch Verschleiß ausgesetzt. Trotzdem ist eine Unterschrift mit Tinte schwungvoller, schöner und eindrucksvoller als eine mit Kugelschreiber vollzogene. Ein mit dem Füllfederhalter geschriebener Text erhält durch die Aufmerksamkeit und Mühe, die ihm hierdurch zuteil wurde, weit mehr Gewicht als jede andere gängige Form des Schreibens. Auch deshalb sind teure, handgefertigte Modelle längst Statussymbol und Sammlerstück geworden. Wie bei Uhren ist Füllfederhaltern preislich kaum eine Grenze gesetzt.

Fazit?
Doch selbst der überzeugteste Verfechter des Schreibens mit seinem individuellen Füllfederhalter hat irgendwo in einer verborgenen Ecke seiner Aktentasche oder einer Innentasche seines Sakkos doch noch einen Kugelschreiber versteckt. Man kann ja nie wissen.

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